Weniger Zeug, mehr Leben: Nachhaltig wohnen in Leipzig

Leipzig Karl-Heine-Straße
Adelina Horn Creative Head

Es gibt so Tage, da schaut man sich in der eigenen Wohnung um und denkt: Warum hab ich eigentlich so viel Kram? Dinge, die man mal gebraucht hat. Dinge, die man vielleicht irgendwann nochmal braucht. Dinge, die einfach da sind, weil… naja, weil sie eben da sind.

Genau das war mein Gefühl vor ein paar Jahren. Ich wohnte damals in einer gemütlichen Altbauwohnung in Leipzig – hohe Decken, knarzender Dielenboden, viel Charme… und viel zu viele Sachen. Je mehr ich über nachhaltiges Leben und bewussten Konsum nachdachte, desto klarer wurde mir: Weniger Zeug kann echt mehr Leben bedeuten.


Nachhaltigkeit fängt zu Hause an – im Kleinen wie im Großen

Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, denken viele zuerst an Bio-Lebensmittel, Secondhand-Kleidung oder plastikfreies Einkaufen. Und klar, das gehört alles dazu. Aber ein Punkt wird oft unterschätzt: wie wir wohnen.

Dein Zuhause ist dein Rückzugsort. Aber ist es auch ein Ort, an dem du richtig durchatmen kannst? Oder eher ein vollgestellter Ort, der dich irgendwie unbewusst stresst?

Mir ging’s früher so: Je mehr Dinge sich in Regalen, Schubladen und Ecken stapelten, desto weniger konnte ich entspannen. Dabei ist Ordnung nicht nur was für Ordnungsfanatiker – sie schafft auch Raum im Kopf. Und genau da setzt nachhaltiges Wohnen an: bewusster leben, bewusster konsumieren, bewusster wohnen.


Leipzig – Stadt der Wandelwilligen

Was ich an Leipzig liebe? Dass hier so viele Menschen unterwegs sind, die Lust haben, was zu verändern. Die Stadt hat diesen Mix aus Kreativität, Kiez-Gefühl und Umweltbewusstsein, der dich fast automatisch inspiriert, nachhaltiger zu leben.

Es gibt Repair-Cafés, Tauschbörsen, Unverpackt-Läden, Nachbarschaftsgärten und eine große Zero-Waste-Community. Du musst nicht perfekt sein – in Leipzig reicht es, wenn du einfach mal anfängst.

Und genau das hab ich gemacht: angefangen auszumisten, weniger neu zu kaufen, öfter mal Dinge zu leihen oder zu tauschen. Und ja – auch öfter mal nichts zu kaufen.

Hier findest Du meine Anlaufstellen, inspirierende Projekte und jede Menge Tipps und Tricks zum „Nachhaltig Leben“ in Leipzig.


Minimalismus light: Muss ich jetzt alles wegwerfen?

Nein, musst du nicht. Und das war für mich der große Aha-Moment.

Nachhaltig wohnen heißt nicht, deine Wohnung in ein steriles Pinterest-Bild zu verwandeln. Es heißt auch nicht, dass du plötzlich in einem leeren Raum mit einer Matratze auf dem Boden lebst. Es heißt: Dinge bewusster auswählen. Und loslassen, was dich nicht mehr glücklich macht.

Aber – und das ist wichtig – manchmal fällt das Loslassen schwer. Vielleicht, weil du an den Dingen hängst. Vielleicht, weil du noch nicht weißt, ob du sie später doch wieder brauchst. Und manchmal ist einfach nicht genug Platz da, um alles ordentlich zu lagern.


Wenn weniger mehr ist – aber erstmal weniger Platz da ist

Genau hier kommt ein Gedanke ins Spiel, den viele gar nicht so auf dem Schirm haben: einen Lagerraum mieten in Leipzig. Das klingt erstmal vielleicht wie ein Rückschritt – aber für mich war es genau das Gegenteil: eine Brücke zwischen dem Wunsch nach mehr Ordnung und der Realität meines Alltags.

Ich habe für ein paar Monate einen kleinen Lagerraum gemietet – nicht teuer, gut erreichbar, und vor allem: eine echte Entlastung. Dinge, von denen ich mich noch nicht sofort trennen konnte, aber auch nicht mehr ständig um mich haben wollte, sind dort gelandet. Bücher, Erinnerungsstücke, Saisonkram, ein paar Möbel.

Und weißt du was? Nach ein paar Monaten bin ich nochmal durch alles durchgegangen. Und vieles davon konnte ich dann ganz leicht gehen lassen. Einfach, weil ich gemerkt hab, dass ich es nicht vermisst habe.

Wenn du also gerade dabei bist, deine Wohnung nachhaltiger zu gestalten, aber keinen Platz hast oder dir das Ausmisten zu schnell geht: Ein Lagerraum kann dir Luft verschaffen – und helfen, dich mit deinem Kram in Ruhe auseinanderzusetzen.


Tipps für deinen nachhaltigen Start ins entspannteres Wohnen

Falls du gerade überlegst, wie du in Leipzig nachhaltig(er) wohnen kannst, ohne direkt alles umzudrehen – hier ein paar Tipps, die bei mir richtig gut funktioniert haben:

1. Klein anfangen
Statt gleich die ganze Wohnung zu entrümpeln, fang mit einer Schublade oder einem Regal an. Jeder Schritt zählt.

2. Ausleihen statt kaufen
Leipzig hat tolle Angebote zum Teilen und Tauschen – von Bücherboxen über Leihläden bis hin zu Nachbarschaftsgruppen. Frag dich: Muss ich das wirklich besitzen?

3. Secondhand shoppen – oder gar nicht
Flohmärkte, Kleinanzeigen, Tauschbörsen – es gibt so viele Wege, Dinge ein zweites Leben zu schenken. Und oft sind sie dabei sogar schöner.

4. Lagerraum als sanfter Einstieg in den Minimalismus
Wie oben beschrieben: Wenn du Dinge erstmal „parken“ willst, bevor du sie loslässt, ist das völlig okay. Leipzig bietet viele flexible Möglichkeiten zum Lagern – ob für ein paar Monate oder langfristig.

5. Räume mit Herz gestalten
Nachhaltig wohnen heißt nicht: kalt und leer wohnen. Bring Persönlichkeit rein, arbeite mit Naturmaterialien, DIY-Elementen oder upgecycelten Möbeln. Deine Wohnung darf dein Ort bleiben – nur bewusster.


Nachhaltig wohnen ist ein Prozess, kein Perfektionsprojekt

Das vielleicht Wichtigste zum Schluss: Du musst nicht alles richtig machen. Du musst nur anfangen.

Nachhaltig wohnen in Leipzig bedeutet nicht, alles auf einmal zu ändern. Es bedeutet, dich auf den Weg zu machen – in deinem Tempo, mit deinem Stil. Vielleicht fängst du mit dem Kleiderschrank an. Oder mit der Küche.

Was zählt, ist die Richtung. Und die heißt: weniger Konsum, mehr Bewusstsein – und dadurch auch mehr Ordnung, mehr Klarheit, mehr Leben.


Weniger Zeug heißt nicht weniger du.
Es heißt: mehr Platz für das, was wirklich zählt.
Also – worauf wartest du noch?


🛠 Repair-Cafés & Tauschmöglichkeiten in Leipzig

Kaputt? Muss nicht weg!
In Leipzig gibt’s mehrere Orte, an denen du deine kaputten Geräte oder Gegenstände gemeinsam mit anderen reparieren kannst:

café kaputt in leipzig

👚 Secondhand & nachhaltige Läden, die du kennen solltest

Weniger kaufen, aber dafür bewusster – und wenn, dann secondhand!
Diese Orte sind nicht nur nachhaltig, sondern auch richtig cool zum Stöbern. Einen digitalen Überblick der Leipziger Second Hand Landkarte findest Du hier.

  • Humana Second Hand (z. B. Zschochersche Str. 44 oder Dresdner Str. 80): Klassiker – riesige Auswahl an Kleidung.
  • Hilde tanzt (Georg-Schwarz-Straße 20): Vintage-Klamotten, Schräges und Alltagstaugliches für einen schmalen Taler.
  • Schlaufe (Rödelstraße 20): Trainingsjacken, Pullover mit Patches, Hemden mit geometrischen Mustern, simple Shirts, Jeans, feine Lederjacken und eine kleine Kinderecke gibt es auch.
  • ReSales (Arthur-Hoffman-Straße 90): Der Secondhand Laden ReSales bietet auf einer Fläche von mehr als 14 000 Quadratmetern alles was das Shoppingherz begehrt.

🌱 Unverpackt einkaufen & nachhaltig haushalten

Nachhaltiges Wohnen hört in der Küche nicht auf. Leipzig hat da einiges zu bieten:

  • Einfach Unverpackt (Kochstraße 6): Zentral, stylish und sehr gut sortiert.
  • Biomare (mehrere Filialen): Nicht ganz unverpackt, aber mit regionalen Bio-Produkten und einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit.
  • Biokisten im Leipziger Umland (Das Landgut Nemt, der Lobacher Hof oder die Biokiste Neuseenland – sie alle versorgen euch wöchentlich mit dem frischsten Gemüse, welches direkt vor den Toren der Stadt geerntet wird.

Am Ende zählt nicht, wie viel du besitzt – sondern wie leicht du dich fühlst.

Nachhaltig wohnen heißt nicht, perfekt zu sein. Es heißt, dir selbst Raum zu schenken: für gute Gedanken, echte Begegnungen und ein Zuhause, das dich nicht belastet, sondern stärkt. Und genau das – ist in Leipzig mehr als möglich.

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